Ingo Ingensand – Dirigent beim Galakonzert

Das Abschlusskonzert des Internationalen Cello-Wettbewerbs „Anna Kull“ fand am 22. Februar 2020 mit dem Grazer Philharmonischen Orchester in der Grazer Oper statt. Ingo Ingensand übernahm das Dirigat dieses Konzertes.

| Foto: Renate Schinnerl

Ingo Ingensand erhielt schon mit zwölf Jahren ein Stipendium für Komposition bei Prof. Alfred Koerppen in seiner Heimatstadt Hannover. Seine Studien (Orchesterleitung, Klavier, Komposition, Fagott, Violine, Gesang) an der Berliner Musikhochschule absolvierte er bei jenen Lehrern, denen er auch assistierte: Herbert von Karajan, Carl Melles, Zubin Mehta und den Komponisten Erhart Großkopf und Boris Blacher. Ingensand begründete das „Consortium musicum Berlin“.

Bevor er ab 2000 für zwei Jahre künstlerischer Leiter des Bruckner Orchesters Linz wurde, wirkte er an den Opernhäusern in Heidelberg, Basel, Triest, Essen, Köln und Linz. Gastdirigate führten ihn durch Europa und zu Festivals in Italien, Spanien, Tschechien, Österreich und Deutschland, im Sommer 2012 etwa zu den Bregenzer Festspielen. Aufsehen erregte er mit engagierten Projekten wie dem Linzer Gesprächskonzert „Frieden hören“ 2009, dem Gastspiel von „Picknick im Felde“ im gleichen Jahr auf Zypern sowie 2017 mit dem „Konzert für Menschenrechte“ im Stefaniensaal in Graz. Mit dem Bruckner Orchester konzertierte er 2015 im Wiener Musikvereinssaal mit Bruckners vierter Symphonie.

Besonders gern widmete sich Ingensand der Jugend, sei es mit Konzerten für das „education department MOVE ON“, als Wahldirigent der „Basel Sinfonietta“, als Gastdozent in Winterthur und Zürich oder in seiner Dirigierklasse an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz.

Der Lehrer für Dirigieren, Komposition und Musiktheorie hat sich auch als Komponist einen Namen gemacht: 2010 erhielt Ingo Ingensand den Kompositionsauftrag für die Eröffnung des Internationalen Brucknerfestes Linz („Die Bringer Beethovens“); im selben Jahr erlebte er die Uraufführung seiner ersten Symphonie im Brucknerhaus – als Dirigent des Bruckner Orchesters. Im Oktober 2016 fand die Uraufführung seines Violinkonzertes mit der Konzertmeisterin der Wiener Philharmoniker Albena Danailova als Solistin statt. Einen Monat später erhielt er den Landeskulturpreis für Komposition. Seit 2016 arbeitet Ingo Ingensand freischaffend als Dirigent und Komponist.